Besuch bei der Meringer Tafel – Ein Interview mit der Leiterin Frau Engstle

Heute gibt es wieder einen neuen Michl, der diesmal ein caritatives Projekt der Pfarrei St. Michael Mering etwas beleuchtet, welches für Mitbürger ins Leben gerufen wurde, denen nicht so viele Mittel zur Verfügung stehen, wie manch anderen der Gesellschaft. Der Michl hat dazu die gute Seele Frau Ingrid Engstle, die Leiterin der Meringer Tafel, getroffen.

[Michl] Was bietet die Tafel an?

 [Frau Engstle] Hauptsächlich Lebensmittel, aber auch Blumen und Hygieneartikel. Was wir nicht anbieten dürfen, sind alkoholische Getränke und Produkte mit Alkohol.

[Michl] Wer darf bei der Tafel einkaufen?

[Frau Engstle] Menschen, die nicht so viel Geld haben, etwa Hartz IV-Empfänger, alte Menschen mit geringer Rente, Menschen, die wenig verdienen oder Alleinerziehende können ihre Lebensmittel bei der Meringer Tafel beziehen und so Geld einsparen. Ich habe eine Oma, das erzähle ich immer als Beispiel, die sich einmal die Mühe gemacht hat, ihren Korb zuhause auszupacken und nachzurechnen, was das Ganze im Supermarkt gekostet hätte, und kam etwa auf 27 Euro. Bei der Meringer Tafel kostet ein Korb Lebensmittel für Erwachsene 2 Euro, für Kinder ist er kostenlos.

[Michl] Wo kommen die Sachen her?

[Frau Engstle] Die Lebensmittel werden meist von Supermärkten gespendet, entweder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder weil Obst, Gemüse oder Blumen nicht mehr frisch sind oder Druckstellen haben. Ehrenamtliche Fahrer holen die Lebensmittel dann von den Supermärkten ab und bringen sie zur Tafel. Dort werden sie dann in den Lagerraum oder in Kühlschränke eingelagert und später auf die Ausgabetische und -regale gelegt.

[Michl] Haben sie bei der Tafel auch einige interessante Dinge erlebt, die sie uns gerne erzählen möchten?

[Frau Engstle] Ein Fall, da war ein Mann, der war im Gefängnis, und dann kommt er hierher, meldet sich an und sagt mir das ganz ehrlich. Ich habe mir zuerst gedacht: "Hoffentlich geht das gut", aber ich habe es weggesteckt und mir nichts anmerken lassen. Dann hat er gesagt, er habe gar nichts, noch kein Arbeitslosengeld und keine Wohnung. Doch ich konnte ihm da helfen, weil jemand zu mir gesagt hat, dass eine Wohnung aufgelöst wird. Ich habe sie ihm vermittelt, ihn mit Lebensmitteln versorgt und er war dann etwa zwei Jahre Tafelkunde. Danach ist er wieder bei mir erschienen, total verändert, sauber angezogen und hat sich gefreut. Er hat wieder Arbeit gefunden und ihm geht es jetzt gut. Da hat er gesagt, er hätte es nicht geschafft, wenn ihm keiner geholfen hätte. Dann wäre ja auch die Gefahr da, dass der Mann rückfällig wird.

[Michl] Haben sie auch Fälle erlebt, in denen die Gutmütigkeit der Tafel nur ausgenutzt wurde?

[Frau Engstle] Wenn man im karitativen Bereich tätig ist, kann man nie ausschließen, dass nicht irgendeiner versucht, zu tricksen, aber ich glaube, das sind die wenigsten. Wir hatten schon mal einen, dem es eigentlich nur darum ging, Geld und keine Lebensmittel zu bekommen. Er sagte, er hätte seinen Geldbeutel verloren, wollte aber keine Lebensmittel - auch nicht kostenlos. Nach einiger Zeit kam er wieder und hat fast geweint. Als wir ihm Lebensmittel anbieten wollten, war er stinksauer, hat geschrien und uns beschimpft, sodass ich ihn rauswerfen musste.

[Michl] Der Meringer Michl wünscht ihnen und ihrem großherzigem Team noch viel Kraft und Gottes Segen für diese Arbeit.

Dieser Michl ist im Rahmen eines Firmprojekts entstanden. Vielen Dank auch an die fleißigen Firmlinge.

Weitere Informationen zur Tafel:
http://www.mitten-in-mering.de/hier-sind-wir/meringer-tafel


 

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Der Meringer Michl ist eine fiktive Person, die dem typischen Meringer sehr ähnlich ist. Er grantelt gern über getroffene Entscheidungen und kommende Veränderungen und am liebsten soll alles so bleiben wie es ist.

Aus diesem Grund führt der Meringer Michl vom Fest des Hl. Michaels an jeden Monat ein kurzes Interview zu einem aktuellen Thema in der Pfarrei mit einer zum Thema verantwortlichen Person. Somit wird versucht mehr Verständnis beim Meringer Michl und eben bei den Meringern zu erreichen.

Ein gutes Beispiel hierzu ist die neue Gottesdienstordnung, die jetzt in Kraft getreten ist. Hier haben auch einige Meringer gegrantelt, aber verstehen langsam, dass es eigentlich keine sinnvolle Alternative gibt. Das Problem ist, dass diese Leute nicht beim Entscheidungsprozess mitgewirkt haben und somit einige Probleme bei anfangs gedachten Alternativen zunächst nicht sehen.

Freuen wir uns also auf das erste Interview zum Michaelsfest.

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