Es gab einmal …

Nun geschah es aber, dass besagtes Krankenhaus aufgelöst wurde und die eifrigen Besucher verloren ihren gut gemeinten Job. Glücklicherweise jedoch wurde im selben Jahr 2003 das Caritas-Seniorenzentrum St. Agnes am Jägerberg eröffnet, sodass der besagte Pfarrer die arbeitslosen Gruppenmitglieder, inzwischen zahlenmäßig kleiner geworden, kurzerhand in das neue Pflegeheim mit der Bemerkung schickte: „Da findet’s schon eine Beschäftigung.“

Er hatte völlig recht damit.

Zunächst halfen wir, sprich das Ehepaar Willibald und Rose-Marie Prassek sowie der Schreiber dieser Zeilen, bei der Gestaltung des wöchentlichen, vorverlegten Sonntags-Gottesdienstes am Samstag-Vormittag um 10 Uhr kräftig mit, indem wir die Heimbewohner des neuen Hauses dabei unterstützten, mit ihren Rollstühlen und Rollatoren über die beiden Lifte in die Kapelle im Erdgeschoss zu gelangen. Den Gottesdienst hielt Pfarrer Schaufler, der zusammen mit dem damaligen Mesner Leo Abold zunächst die kleine Sakristei des Hauses mit dem Notwendigsten ausstattete, was für eine Messfeier gebraucht wird. Regelmäßig brachte der Pfarrer neben dem Mesner auch zwei Ministranten zum Gottesdienst mit. Wir waren ausschließlich für die Heimbewohner da, die wir wieder auf ihrem Weg zurück in die einzelnen Stationen begleiteten. Eine wahre „Pionierarbeit“.

Dann aber ergab sich eine Änderung, als Leo Abold in Rente ging und sich Pfarrer Schaufler von Mering verabschiedete. Von da an mussten wir, neben der Hilfe für die Heimbewohner, auch den Dienst des Mesners übernehmen. Das hieß konkret, dass wir seitdem bis heute zuständig für die Vorbereitung der Kapelle waren und sind: Stühle ordnen, Platz schaffen für die Rollstuhlfahrer, Lichter und Kerzen anzünden und schauen, dass Weihwasser im Becken ist, außerdem verantwortlich …

für die Heimbewohner auf ihrem Weg nach unten

für die Auswahl der Lieder während des Gottesdienstes

für Wasser und Wein, Kelch und Hostienschale auf der Anrichte unterm Tabernakel

für saubere Altarwäsche, frisches Schultertuch und saubere Messgewänder …

für Messbuch, Lektionar und Fürbitten

für die Ankleidung des Priesters und der Ministranten

für Entsorgung der gebrauchten Tücher und für den Nachschub an Messwein und Hostien, wobei wir dabei auf die Hilfe von Oliver von St. Michael rechnen können.

Durch die tatkräftige Initiative von Rose-Marie Prassek wird der Gottesdienst in St. Agnes seit vielen Jahren von Moritz Sycek an der Orgel bereichert, ein Dienst, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Der talentierte Musiker hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen, die sich u. a. auch in der Tatsache äußert, dass er inzwischen während der Kommunion-Austeilung konzertante kurze Stücke zu zwei Händen spielt. Wie schon erwähnt: er ist eine echte Bereicherung!

Auch in unserer Freiwilligen-Gruppe ergab sich während der Jahre eine Änderung, da Herr Prassek, durch Krankheit und Alter bedingt, ausschied, jedoch in der Person von Heiner Liebert einen Nachfolger hatte. Willibald Prassek wurde Heimbewohner und blieb bis zu seinem Tod ein treuer Gottesdienstbesucher.

Jünger sind wir bei unserem Dienst alle drei nicht geworden und der geneigte Leser möge bei unserem inzwischen erreichten Altersdurchschnitt von 80 Jahren bedenken, dass wir gerne jüngere Interessierte für unseren sehr kreativen Dienst gewinnen möchten.

Wer hat Zeit und Lust dafür? Wir sind jeden Samstag-Vormittag zwischen 9 und 11 Uhr im Caritas-Seniorenzentrum am Jägerberg anzutreffen und freuen uns auf Ihr Kommen.

Noch ein zweites Engagement im Haus St. Agnes erwuchs aus der eingangs erwähnten Freiwilligengruppe. Luise Kreutle und Rose-Marie Prassek hatten von Anfang an die Idee, einer Cafeteria am Sonntag-Nachmittag zu etablieren, die sie auch mit Hilfe des Hauses in die Tat umsetzte. Es entstand auf diese Weise ein Team von Mitarbeiter*innen, das sich die Sonntage des Monats aufteilte, sodass sich für die einzelnen Helfer*innen feste Einsätze ergaben – bis heute. Im Laufe der Jahre ist dieser Treff für die Heimbewohner, ihre Angehörigen und Gäste zur festen Einrichtung in St. Agnes geworden. Dabei wird Kaffee, Tee und Kuchen der verschiedensten Art serviert, eine Leistung des Hauses, während wir die Betreuung der Gäste und ihre Bedienung übernehmen. Immer wieder gibt es Darbietungen künstlerisch-musikalischer Art, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Akzente setzen.

Im Moment besteht die Cafeteria-Gruppe aus sechs Mitgliedern. Neben Frau Prassek und Heiner Liebert, die jeden Sonntag im Einsatz sind, gehören dazu Brigitte Leitschuh, Sissi Winkler, Luise Seitz und der Schreiber dieser Zeilen. Wir sind jeweils für einen festen Sonntag im Monat eingeteilt. Auch dieser Dienst ist äußerst kreativ. Wir lernen viele Heimbewohner kennen, nehmen uns die Zeit, sitzen bei ihnen und kommen mit ihnen ins Gespräch. Wir beginnen mit den Vorbereitungen jeden Sonntag zwischen 13 und 14 Uhr und sind dann bis etwa 16 Uhr im Einsatz. Ein Sonntag-Nachmittag der besonderen Art!

Notker Karcher

 

 

 

 

 

 

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