Lesen ist eine Grundkompetenz

Der Michl: Frau Waeber, was hat Sie in unsere schöne Pfarrei verschlagen?

Frau Brunhilde Waeber: Durch die Arbeitsstelle meines Mannes in München sind wir vor 28 Jahren aus dem Saarland nach Mering gekommen. Meine damalige Nachbarin, Frau Welcker, suchte ehrenamtliche Mitarbeiter für die Bücherei. So begann ich vor 25 Jahren in der Bücherei im Papst-Johannes-Haus mitzuarbeiten. Als Frau Welcker dann zwei Jahre später aus Mering wegzog, wurde ich ihre Nachfolgerin.

Haben Sie dafür ein Studium oder eine Ausbildung absolvieren müssen?

Da mein eigentlicher Beruf Diplom-Geologin ist, nahm ich dann immer wieder an Fortbildungsveranstaltungen unseres Büchereiverbandes, dem Sankt Michaelsbund, teil, um mich in die Büchereiarbeit einzuarbeiten und fortzubilden.
Bereits seit 25 Jahren arbeiten Sie nun in der Bücherei. Gab es Zeiten oder Ereignisse, die Sie rückblickend als besonders spannend ansehen?
Das herausragende Ereignis in der Zeit meiner Tätigkeit in der Bücherei war der Umzug aus den kleinen Räumen im Papst-Johannes-Haus in das umgebaute und neu eingerichtete alte Feuerwehrhaus, wo für die Bücherei jetzt mehr als 300 qm Fläche zur Verfügung stehen.
Hat das nicht auch das Arbeitsspektrum erweitert?
Natürlich. Durch den Umzug in die größeren Räumlichkeiten ergaben sich dann viele neue Aufgaben, die über den normalen Alltagsbetrieb hinausgehen: Neben der alltäglichen Arbeit einer Bibliothekarin kamen dann noch die Planung und Durchführung von unterschiedlichsten Ausstellungen, Lesungen, musikalischen Darbietungen oder auch überregionalen Vorlesewettbewerben hinzu. Außerdem übernehme ich den Neubürgerempfang oder freue mich immer wieder auf zahlreiche Besuche von Kindergartengruppen und Schulklassen.
Was macht denn Ihre Arbeit so interessant und erfüllend?
Spannend ist es immer wieder zu sehen, wie Kinder mit Büchern und der Bücherei vertraut werden und vom Pappbilderbuch über Erstlesebücher bis hin zum Jugendroman sich regelmäßig mit Büchern eindecken. Schön ist natürlich der dauernde Kontakt mit unseren Leserinnen und Lesern und deren Rückmeldungen zur gerade gelesenen Lektüre. Und nicht zuletzt gefällt mir die Zusammenarbeit mit unserem überwiegend ehrenamtlichen Team, das schon über viele Jahre hinweg den Büchereibetrieb, wie er heute stattfindet, erst möglich macht.
Wie begegnet die Gemeinde Mering dem Fortschritt der Digitalisierung?
Wir bieten ja seit mehr als vier Jahren die Möglichkeit, sich über das Portal unserer Bücherei eMedien auszuleihen.
„Echte“ Bücher sterben also aus.
Nein. Im Gegenteil. Es zeigt sich, dass die Onleihe gerne genutzt wird, aber die Ausleihe der Printmedien weiterhin im Vordergrund steht. Ich denke, beide Formen der Medien haben ihre Berechtigung und werden nebeneinander Bestand haben. Das Gefühl ein „richtiges“ Buch in der Hand zu halten und darin zu blättern, ist ja auch eine sinnliche Erfahrung.
Gibt es denn einen bestimmten Kundenkreis in der Meringer Bücherei?
Unsere Bücherei wird von allen Altersgruppen gerne genutzt. Junge Familien bleiben häufig gerne länger in unseren Räumen und schauen zusammen Bücher an oder nutzen unsere Brettspiele. Aber es gibt auch die ZeitschriftenleserInnen, die regelmäßig das neueste Heft in der Bücherei lesen. Und dann gibt es zahlreiche Berufstätige und Pendler, die unsere eMedien bevorzugen und damit von den Öffnungszeiten der Bücherei unabhängig sind.
Kennen Sie denn jedes Buch in Ihren „heiligen Hallen“?
Bei mehr als 20.000 Medieneinheiten ist es nicht mehr möglich alle zu kennen. Aber zu welchen Themen Literatur in unserem Bestand ist, das weiß ich schon. Mein Lieblingsplatz in der Bücherei ist übrigens der rote Sessel im Kinderbereich.
Vergeht Ihnen nicht die Lust am Lesen im privaten Bereich, wenn Sie den ganzen Tag mit Literatur zu tun haben?
Ich lese privat immer noch gerne, auch wenn die Zeit manchmal ein bisschen knapp ist. Zum Entspannen lese ich gerne Krimis, die in Frankreich oder England spielen, aber auch gerne aktuelle Romane zu den verschiedensten Themen. Und ein gut gemachtes Sachbuch schaue ich mir auch immer gerne an.
Man hört immer wieder, dass Lesen so wichtig ist. Geht es nicht auch ohne?
Lesen ist eine Grundkompetenz, die junge Menschen erlenen und üben müssen. Denn gleich welche Tätigkeit jemand ausübt, ganz ohne Lesen geht es nicht. Und wir alle haben die Möglichkeit uns durch Lesen Wissen anzueignen und Neues zu erfahren. Und wir können uns mittels Büchern in andere Welten entführen lassen oder einfach entspannen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Bücherei?
Da die Bücherei 1909 als kirchliche Bücherei gegründet wurde, hoffe ich, dass die Pfarrei diese Tradition weiter fortführt und die gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und Pfarrei zu Gunsten der Bücherei gepflegt wird und weiterhin Bestand hat.
Vielen Dank!
Interview Matthias Biallowons

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Ich möchte mich einbringen!

Der Michl: Leslie, du lebst noch nicht lange in Bayern. Was hat dich in den schönen Freistaat verschlagen?
Leslie Seymor: Genau, ich lebe seit einem halben Jahr in Bayern, auf dem Land und in einem der ersten, zumindest von Mering aus gesehen, oberbayerischen Dörfer. Und es geht meiner Familie und mir richtig gut, so auf dem Land nach den Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Ich genieße die bayerische Natur und Umgebung und auch diese Lebensart. Alles ist etwas ruhiger und besonnener und vor allem findet sich eine helfende Gemeinschaft.

„Wir wollen den Menschen im Altenheim helfen!“

Seit März 2016 gibt es vier neue Gesichter im Altenheim der Theresienschwestern. Schwester Lilian Marie Nwokorie (38) aus Nigeria, Schwester Maureen Pat Kyalo (36) aus Kenya, Schwester Maria Somkelechi Anike (33) aus Nigeria und Schwester Mary Gina Therese Izuka (32) aus Nigeria gehören dem Orden der „SCHWESTERN DER IMMACULATE HEART OF MARY MOTHER OF CHRIST“ an. Im Interview sprechen die vier Afrikanerinnen über ihre Entscheidungen zum Ordensleben, ihren Aufgaben im Altenheim und über die Herzlichkeit der Meringer Gemeinde.

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