"Wir sind hier, wir sind laut, weil man unsre Zukunft klaut."

Rund 80 Mitarbeiter des insolventen Medienkonzerns Weltbild schreien am Montag ihre Wut und ihre Sorgen in den Januarhimmel. Immer wenn einer der 27 Bischöfe mit seinem Wagen die dicken Außenmauern des Würzburger Klosters Himmelspforten passiert,...

skandieren die Mitarbeiter des katholischen Bistümern und Einrichtungen gehörenden Verlagshändlers ihre Parolen besonders lautstark. Sie schwenken Gewerkschaftsfahnen und heben Transparente hoch. "Wir haben den Glauben an die Bischöfe verloren, und die Bischöfe glauben auch nicht mehr an Weltbild", sagt einer vom Betriebsrat resigniert. Dessen Vorsitzender Peter Fitz appelliert an die Bischöfe, "sich einen Stoß zu geben und ihre Uneinigkeit zu beenden".

Es sind entscheidende Tage für die Verlagsgruppe. An diesem Montagnachmittag beraten die Bischöfe, die zu ihrem zweimal im Jahr stattfindenden Ständigen Rat nach Würzburg gekommen sind, hinter den Klostermauern über die Zukunft des Konzerns mit seinen rund 6.800 Mitarbeitern. Seit dem Gang zum Insolvenzgericht und der gerichtlichen Bestellung von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz tickt die Uhr. Der Sanierungsexperte muss Geld besorgen, um eine Kettenreaktion zu verhindern. Und er muss schnellstmöglich Investoren finden. Die Frage ist, wie viel die kirchlichen Gesellschaftler zur Rettung beisteuern wollen und können.

Marx und Zdarsa sprechen mit Demonstranten

Noch vor Beginn der Beratungen treten der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa vor die Demonstranten . "Ihre Situation bewegt uns", sagt Marx an die Mitarbeiter zugewandt und wird dabei von zahlreichen Mikrofonen und Kameras eingefangen. Der Kardinal räumt ein, dass die beteiligten Bischöfe und Gesellschaftler Mitverantwortung für die prekäre Situation trügen und erntet dafür zustimmendes Gemurmel.

Marx sagt den Weltbild-Mitarbeitern, die teilweise schon über Generationen bei dem Verlagshaus arbeiteten, die Unterstützung der Bischöfe zu. Sie stünden zu ihrem Versprechen, 65 Millionen Euro für den angeschlagenen Medienkonzern zur Verfügung zu stellen. Entscheidend sei, das laufende Geschäft aufrechtzuerhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Ihm selber sei es ein Rätsel, wie sich der Finanzbedarf für Weltbild "innerhalb von 24 Stunden von 65 Millionen auf das Doppelte steigen konnte".

Augsburger Bischof: Keine Filetstücke verkaufen

Zdarsa erntet leisen Beifall mit der Aussage, Weltbild solle möglichst als Ganzes erhalten und nicht aufgespalten werden, um Filetstücke zu verkaufen. Deutliche Kritik äußert er an der Geschäftsleitung von Weltbild. Sie habe über Jahre eine Strategie verfolgt, die das Unternehmen nicht vorangebracht habe - eine Aussage, die Zustimmung, aber auch bittere Nachfragen bei den Demonstrierenden auslöst. Warum denn, bitte sehr, hätten die kirchlichen Gesellschafter nicht früher eingegriffen, schallt es aus den Reihen der Weltbild-Mitarbeiter. Dass das Schiff Weltbild auf keinem guten Kurs sei, sei doch allen Mitarbeitern seit Jahren klar gewesen.

Es geht um viel an diesem Montag in Würzburg. Um das berufliche Schicksal von mehr als 6.000 Mitarbeitern. Aber auch um den Ruf der Kirche als Arbeitgeberin. Vor wenigen Tagen hatte Bischof Zdarsa bei seinen Mitbrüdern für die Rettung des Medienhändlers geworben und mit eindringlichen Worten vor den Auswirkungen einer Weltbild-Pleite gewarnt. "Es steht zu erwarten, dass der 'Fall Weltbild' ohne flexibles und solidarisches Verhalten der Kirche an öffentlicher Brisanz weiter zunimmt", hieß es in seinem Brief.

Noch vor Mittag rollen die Demonstranten ihre Fahnen ein und packen die Kannen mit dem wärmenden Kaffee in den Bus. Sie wollen in dieser "Woche der Solidarität" weiter lautstark auf sich aufmerksam machen und auch bei den Weltbild-Kunden dafür werben, gerade jetzt viele Bücher zu kaufen. Für Samstag dann hat Fußball-Bundesligist FC Augsburg den Mitarbeitern 2.000 Freikarten für das Spiel gegen Bremen zur Verfügung gestellt. Auch im Stadion und vor den Fernsehkameras soll für Weltbild mobilisiert werden.

Von Christoph Arens (KNA)
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