Berlinale - Zwischen Glanz und Elend

Filmfestivals haben stets zwei Seiten: Die Welt von Glanz und Glamour auf dem Roten Teppich vor dem Festspielpalast und der nicht selten bittere Ernst der Filmkunst auf der Leinwand. Bei der 64. Berlinale wird dies besonders deutlich...

So thematisieren gleich mehrere Filme das Leiden von Kindern in einer globalisierten Welt.
Zur Eröffnung setzt Festspieldirektor Dieter Kosslick am Donnerstag auf die turbulente Familien- und Gesellschaftskomödie "The Grand Budapest Hotel". US-Regisseur Wes Anderson verspricht erneut ein ebenso opulentes wie skurriles Schauspiel um ein Nobelhotel in den Bergen, mit Ralph Fiennes und Tilda Swinton. Die Festivalleitung erwartet zudem weitere Stars des internationalen Kinos wie Bradley Cooper, Matt Damon, Bill Murray, Catherine Deneuve, Bruno Ganz, Uma Thurman oder Pierce Brosnan.

George Clooney als Raubkunstretter

Das Kommen von George Clooney verkündete der Festivaldirektor höchstpersönlich. Dessen Film "Monuments Men" erhält durch den Fall Gurlitt eine ganz eigene Aktualität. Darin geht es um alliierte Offiziere, die am Ende des Zweiten Weltkriegs Raubkunst der Nazis vor der Vernichtung retten. Von den 23 Filmen im Wettbewerbsprogramm konkurrieren 20 um den Goldenen und die Silbernen Bären. Darunter sind 18 Weltpremieren und drei Spielfilmdebüts.
In allen Sektionen kommen über 400 Filme zur Aufführung. Neu ist, dass die meisten Leinwände der 71 Aufführungsorte zentral über Glasfaserkabel bespielt werden. Dabei gibt es für die Festspiele auch ein "Zurück in die Zukunft": Denn der Berliner Zoo Palast gehört nach langer Restaurierung wieder zu den Spielorten.
Deutschland ist erstmals seit 1986 mit vier Produktionen vertreten. Das Historiendrama "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf spielt 1788 in Rudolstadt und geht einer Menage a trois zwischen dem Dichter Friedrich Schiller seiner Frau und deren Schwester nach - mit Hannah Herzsprung und Florian Stetter in den Hauptrollen.

Teenager will ganz Jesus folgen

Ferner wird "Zwischen den Welten" von Feo Aladag Premiere feiern. Die österreichische Regisseurin erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Bundeswehrsoldaten Jesper (Ronald Zehrfeld) und dem afghanischen Dolmetscher Tarik (Mohamad Mohsen) im Krisenland Afghanistan.
Der Regisseur Edward Berger begleitet in "Jack" den titelgebenden Zehnjährigen und seinen jüngeren Bruder Manuel auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter durch Berlin. Eine ganz eigene Geschichte des Erwachsenwerdens bringt Dietrich Brüggemann auf die Leinwand: In "Kreuzweg" spielt Lea van Acken ein tief religiöses 14-jähriges Mädchen, das sein Leben Jesus widmen will und dabei einer konservativ katholischen Gruppe folgt. Dadurch gerät sie in eine immer größere Spannung zu ihrer Umwelt.

Auch US-Regisseur Richard Linklater widmet sich in seinem Langzeitprojekt "Boyhood" dem Thema Kindheit und Familie. Seit 2002 lässt er dazu Ethan Hawke als Vater einer Familie auftreten, die er alle Jahre wieder von denselben Darstellern spielen lässt.

"Angels' Share"-Regisseur Ken Loach erhält Ehrenbären

In der "Special"-Reihe zeigt Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff mit "Diplomatie" ein Historiendrama um die Vereitelung des Nazi-Plans, Paris beim Rückzug 1944 zu sprengen. In derselben Reihe feiert der diesjährigen Oscar-Kandidat "American Hustler" seine Deutschlandpremiere. Den Goldenen Ehrenbären erhält der britische Filmemacher Ken Loach. Dem 77-jährigen Briten, der sich vor allem mit Sozialdramen einen Namen gemacht hat, ist auch die Hommage gewidmet.
Die internationale Jury unter dem Vorsitz des US-Produzenten James Schamus wird am 15. Februar bekanntgeben, wer die begehrten Trophäen erhält. Kurz zuvor verleihen die Nebenjurys ihre Preise; die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - einen Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb verleihen sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Von Christoph Scholz (KNA)
© KNA

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