Neues aus der Weltkirche

Blickt man in diesen Tagen auf die Kirche in Deutschland, dann kann man melancholisch werden. Beginnen wir mit einem traurigen Jubiläum: Vor fünf Jahren kamen die ersten Nachrichten über die sexuellen Missbrauchsfälle in Deutschland ans Licht. Und auch wenn dieser Skandal weitgehend aufgearbeitet ist, die Zahl der Kirchenaustritte steigt.

Sie dürfte 2014 sogar das Rekordergebnis aus dem Jahr 2010 mit damals 181.193 Austritten übertroffen haben. Die noch höheren Verluste der evangelischen Kirche machen es nicht besser.
Die „Schäflein“ verlassen die Herde und zugleich werden die Hirten knapp: In den USA können 3.500 Pfarreien nicht besetzt werden, weshalb mehr als 1000 Priester die US-Bischofskonferenz gebeten haben, Verheiratete zum Dienst zuzulassen.
Angesichts solch negativer Meldungen freut man sich immer wieder, wenn die Rede auf unseren Heiligen Vater kommt. Man denke nur an seine jüngste Reise auf die Philippinen Mitte Januar. Sechs Millionen Gottesdienstbesucher zählte man auf dem zentralen Festplatz in Manila. Das waren eine Million mehr als bei Johannes Paul II. , der im Jahr 1995 am gleichen Ort feierte.
Franziskus wirkt wie ein Magnet. 2014 registrierte der Vatikan insgesamt rund 5,9 Millionen Besucher und somit fast doppelt so viel wie bei Benedikt XVI. 2006 in seinem zweiten Pontifikatsjahr.
In den letzten Wochen bekommt man allerdings den Eindruck, dass das Bild des Heiligen Vaters die ersten Kratzer erhält. Bespiel Eins ereignete sich am 15. Januar. Hintergrund war die Diskussion um die Grenzen der Meinungsfreiheit. Vorangegangen waren die Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Der Papst sagte, wenn einer seiner Mitarbeiter seine Mutter beleidige, gehe er das Risiko ein, von ihm, dem Papst, geschlagen zu Weltkirche werden. Theoretisch sei das zwar falsch, antwortete der Papst, Gewalt werde vom Evangelium abgelehnt. Aber wir sind Menschen, und so fuhr er fort, „ich kann niemanden dauernd beleidigen oder provozieren, denn dann gehe ich das Risiko ein, ihn zu erzürnen.“
Beispiel Zwei: Noch mehr Aufsehen erregte der Heilige Vater mit einer anderen Bemerkung. Auf dem Rückflug von Manila nach Rom wurde der Papst auf das Thema Armut und gleichzeitigem Kinderreichtum angesprochen. Der Papst: „Einige glauben - entschuldigt den Ausdruck - dass wir, um gute Katholiken zu sein, wie die Kaninchen sein müssen. Nein.“ Dass diese umgangssprachliche Wendung Kritik hervorrufen würde, liegt auf der Hand. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieser Satz die entrüstete Reaktion der deutschen Kaninchenzüchter, vertreten durch ihren Präsidenten, auf den Plan gerufen hat.
Drittes und aktuellstes Beispiel: Bei seiner wöchentlichen Generalaudienz Anfang Februar ging es um die Rolle von Vätern in der Familie. Franziskus erklärte, ein guter Vater sei jemand, der zu korrigieren wisse, ohne das Kind zu erniedrigen. Diese Ansicht illustrierte er mit einer Anekdote: „Ich habe einmal bei einem Treffen mit Ehepaaren einen Vater sagen hören ‚Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nicht ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen‘. Wie schön!“ Und Franziskus erklärte weiter: „Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht weiter.“ Dass das katholische Oberhaupt kein Befürworter von Gewalt ist, muss man nicht betonen. Man kann diese drei Beispiele nur so erklären: Der Papst redet nicht um den heißen Brei herum. Als Seelsorger greift er gern zu drastischen und damit gewagten Bildern. Das beste Beispiel dafür ereignete sich zwei Tage vor Weihnachten in Rom. Anwesende: Die komplette Kurie. In dieser Rede nannte der Argentinier 15 Krankheiten, die er bei den Würdenträgern ausgemacht hat. Da ist die Rede vom „Komplex der Erwählten“ von der geistlichen „Versteinerung“, dem geistlichen „Alzheimer“ und vieles mehr. Die Mienen der Anwesenden kann man sich ausmalen. Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt, allerdings fühlte sich von der päpstlichen Mahnung angesprochen - nachzulesen in einem Interview der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“.
Beenden wir diesen Ausflug in die Themenvielfalt der Weltkirche mit einem letzten rundherum erfreulichen Hinweis. In Kürze selig gesprochen werden der ermordete Oscar Romero, ein Ordensbruder unseres Papstes, und die Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich. Geprüft wird die Seligsprechung des Jesuiten Rutilio Grande. Er war ein Freund von Romer. Hubert Biallowons

KONTAKT

Katholisches Pfarramt
St. Michael Mering

Herzog-Wilhelm-Straße 5
86415 Mering

Telefon +49 (0)8233-74250
pfarramt@mitten-in-mering.de

Öffnungszeiten:
Montag: 9 - 12 Uhr
Dienstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr
Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 18 Uhr
Freitag: 9 - 12 Uhr

SPENDENKONTEN

St. Michael Mering:
Raiba Kissing-Mering
IBAN DE08 7206 9155 0000 1264 11
BIC GENODEF1MRI

St. Johannes Meringerzell:
Raiba Kissing-Mering
IBAN DE35 7206 9155 0000 1076 89
BIC GENODEF1MRI

Mariä-Himmelfahrt St.Afra:
Stadtsparkasse Augsburg
IBAN DE64 7205 0000 0000 3602 63
BIC AUGSDE77XXX